Olivia de Havilland

* 01.07.1916 in Tokio, Japan
† 05.07.2020
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Angelegt am 27.07.2020
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Gedenkkerze

Sabine Pfeiffer

Entzündet am 06.08.2020 um 12:53 Uhr

Eine wunderbare Schauspielerin ! Ruhe in Frieden !

Gedenkkerze

Ute

Entzündet am 30.07.2020 um 12:22 Uhr

Unvergessen

Olivia de Havilland

27.07.2020 um 09:31 Uhr von Redaktion

Dame Olivia Mary de Havilland DBE (/d? 'hæv?l?nd/) (* 1. Juli 1916 in Tokio, Japan; † 25. Juli 2020 in Paris, Frankreich) war eine britisch-amerikanische Filmschauspielerin. Die Schwester der Schauspielerin Joan Fontaine war eine der Filmlegenden der „Goldenen Ära Hollywoods“. Ihre Rollen in Mutterherz (1946) und Die Erbin (1949) brachten ihr den Oscar als beste Hauptdarstellerin ein.

 

Entdeckt wurde sie 1935 von Max Reinhardt für dessen Inszenierung Ein Sommernachtstraum. Anschließend war sie mit Errol Flynn als Leinwandpaar zwischen 1935 und 1941 in acht Filmen zu sehen, darunter in Unter Piratenflagge und Robin Hood, König der Vagabunden. Ihre Darstellung der Melanie Hamilton im Filmklassiker Vom Winde verweht (1939) wurde mit einer Nominierung für den Oscar als beste Nebendarstellerin bedacht. In den 1940er-Jahren endete ihr Rechtsstreit mit Warner Brothers über die Laufzeit von Studioverträgen mit einer der wichtigsten Grundsatzentscheidungen zu dem Thema.

Jugend

27.07.2020 um 09:29 Uhr von Redaktion

Olivia de Havilland wurde am 1. Juli 1916 in Tokio als Tochter britischer Eltern geboren. Ihr Vater Augustus de Havilland (1872–1968), ein Cousin des Flugpioniers Geoffrey de Havilland, war ein in Japan tätiger Patentanwalt, der zuvor als Englischprofessor an der Universität Tokio gelehrt hatte. Ihre Mutter Lillian Fontaine war vor ihrem Umzug nach Japan Theaterschauspielerin und hatte an der Royal Academy of Dramatic Art studiert. In den 1940er Jahren, als ihre Töchter berühmt geworden waren, spielte Lillian Fontaine in einigen Filmen. Olivias jüngere Schwester Joan Fontaine wurde ein Jahr später geboren. Die Eltern, die 1914 geheiratet hatten, trennten sich bereits 1919 und ließen sich 1925 scheiden. Die Untreue des Vaters soll der Grund für die Scheidung gewesen sein.

 

Die Mutter zog 1919 mit den beiden Töchtern nach Saratoga in Kalifornien. Ihre Töchter wurden von ihr schon früh für eine Bühnenkarriere ausgebildet und auf entsprechende Schulen geschickt. Olivia besuchte die Notre Dame High School in Belmont sowie die Highschool in Los Gatos. In dieser Zeit heiratete die Mutter den Kaufhausbesitzer George M. Fontaine. 1933 gab Olivia de Havilland in einer Bühnenfassung von Alice im Wunderland ihr Theaterdebüt. Sie erhielt gute Kritiken und war bereits kurzzeitig als Ersatz für die Rolle der Hermia in Max Reinhardts Bühnenproduktion des Shakespearestückes Ein Sommernachtstraum in der Hollywood Bowl engagiert. Als die eigentliche Darstellerin einen Film drehte, übernahm de Havilland die Rolle. Schließlich entschied sich der renommierte Theaterregisseur Reinhardt, dass de Havilland dauerhaft die Rolle der Hermia spielen durfte. Wenig später holte Reinhardt sie auch für die Verfilmung von Ein Sommernachtstraum vor die Kamera.

Filmkarriere

27.07.2020 um 09:28 Uhr von Redaktion

1935–1939: Aufstieg zum Star

Olivia de Havilland gab ihr Leinwanddebüt als Hermia in der von Max Reinhardt und William Dieterle inszenierten Verfilmung von Ein Sommernachtstraum aus dem Jahr 1935. Sie erhielt einen festen Studiovertrag bei Warner Brothers und wurde unmittelbar danach schon als Leading Lady an der Seite von Joe E. Brown in Alibi Ike und neben James Cagney in The Irish In Us eingesetzt. Ihren Durchbruch hatte de Havilland schließlich noch im selben Jahr neben Errol Flynn in dem Abenteuerfilm Captain Blood, der Ende 1935 in den Verleih kam und mit seinem Kassenerfolg zu einer Wiederbelebung des Genres des Abenteuerfilms führte. Aufgrund der positiven Resonanz von Publikum und Presse setzten die Studios die beiden jungen Schauspieler als Leinwandpaar in den nächsten Jahren noch in sieben weiteren Filmen ein, darunter Der Verrat des Surat Khan von 1936 und der Filmklassiker Robin Hood, König der Vagabunden aus dem Jahr 1938 als Maid Marian. Flynn und de Havilland wurde wegen ihrer Harmonie auf der Kinoleinwand häufig eine Liebschaft unterstellt, was de Havilland jedoch stets verneinte. Sie hätten eine rein freundschaftliche Beziehung gehabt, auch wenn Flynn angeblich bei Der Verrat des Surat Khan in sie verliebt gewesen sein soll.

 

Während die Rollen an der Seite von Flynn eher eindimensional und auf die Romanze mit dem Hauptdarsteller beschränkt blieben, spielte de Havilland auch schon früh in Dramen, unter anderem als Partnerin von Fredric March in der preisgekrönten Literaturverfilmung Anthony Adverse von 1936. Außerdem war sie Ende der 1930er Jahre in einer Reihe von Screwball-Komödien zu sehen, darunter als liebestolle Verehrerin in It’s Love I’m After (1937) neben Leslie Howard und Bette Davis sowie in Liebe zu viert (1938), abermals an der Seite von Errol Flynn und Patric Knowles.

 

1939–1949: Karrierehöhepunkt als dramatische Schauspielerin

 

Olivia de Havilland am Krankenbett eines Soldaten in Kodiak, Alaska (1944)

Der Durchbruch als dramatische Schauspielerin gelang ihr 1939 als gutherzige Melanie Hamilton mit Vom Winde verweht. Für ihre Leistung erhielt Olivia de Havilland 1939 eine Nominierung für den Oscar als beste Nebendarstellerin, obwohl sie im Filmvorspann als Hauptdarstellerin angekündigt wird; sie unterlag jedoch Hattie McDaniel. Bei diesem Film hatte de Havilland 1938 den ersten von vielen Konflikten mit dem Studio, nachdem sich das Management zunächst geweigert hatte, sie an den Vom Winde verweht-Produzenten David O. Selznick auszuleihen. Olivia de Havilland wandte sich schließlich an die Ehefrau von Studioboss Jack L. Warner, um die Rolle zu bekommen. Durch die Verkörperung der Melanie Hamilton wurde sie dann noch häufiger für bodenständige und ehrliche, zugleich oft etwas schüchterne Figuren eingesetzt. 1941 wurde sie für Mitchell Leisens Das goldene Tor für den Oscar als beste Hauptdarstellerin nominiert, sie verlor jedoch gegen ihre Schwester Joan Fontaine und deren Auftritt in Verdacht. In dem Filmdrama spielte de Havilland eine naive amerikanische Lehrerin, die einen an der mexikanisch-amerikanischen Grenze feststeckenden Rumänen heiratet, der aber nur an einer Einreiseerlaubnis interessiert ist. Ihr letzter gemeinsamer Auftritt neben Flynn erfolgte ebenfalls 1941 in Sein letztes Kommando.

 

In der Zwischenzeit eskalierte ihr Streit mit Warner Brothers um bessere Rollen. 1943 wurde Olivia de Havilland kurz nach den Dreharbeiten zum Drama Devotion, in dem sie Charlotte Brontë spielte, von ihrem Studio suspendiert und durfte keine Filme mehr drehen. 1944, am Ende eines langen Rechtsstreits, entschied ein kalifornisches Berufungsgericht zu Gunsten der Schauspielerin. Die bis dahin gängige Praxis, die Laufzeit eines Studiovertrags automatisch um die Zeit zu verlängern, in denen Schauspieler suspendiert waren, wurde verboten. Ebenso verboten wurden Verträge im Showgeschäft mit einer Laufzeit von über sieben Jahren. Das Urteil wurde Teil des so genannten de Havilland Law, einer arbeitsrechtlichen Regelung für die Unterhaltungsindustrie in Kalifornien, welche die Laufzeit der damals in Hollywood üblichen Studioverträge neu regelte. Das Urteil trug dazu bei, dass viele große Hollywood-Stars damit begannen, ohne Studiovertrag zu arbeiten, wodurch das Studiosystem an Macht verlor. Nach dem De Havilland Law werden auch heute noch Prozesse im amerikanischen Showgeschäft entschieden.

 

 

Die Erbin: Filmplakat von 1949, links Olivia de Havilland, rechts Montgomery Clift

Die Schauspielerin arbeitete seitdem ohne festes Studioengagement und vollzog einen Rollenwechsel. Nachdem sie zuvor fast ausschließlich gutmütige und damenhafte Figuren gespielt hatte, nahm sie nun auch häufig dramatische Rollen mit düsteren Facetten an. So war sie als eineiiges Zwillingspaar in dem Film noir Der schwarze Spiegel zu sehen, das sich in einem Mordfall gegenseitig deckt, wobei eine von ihnen die Mörderin ist. Sie gewann ihren ersten Oscar als beste Hauptdarstellerin 1946 für das die beiden Weltkriege umspannende Melodram Mutterherz, erneut unter der Regie von Mitchell Leisen, in dem sie eine von ihrem Sohn getrennt lebende Frau verkörperte. Zwei Jahre später wurde sie abermals für einen Oscar nominiert, diesmal für ihre Darstellung in Die Schlangengrube. Unter der Regie von Anatole Litvak thematisierte der Film die damals unzumutbaren Zustände in den amerikanischen Nervenheilanstalten. Für ihre Darstellung in Die Erbin, William Wylers Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks von Ruth und Augustus Goetz, das auf Henry James Roman Washington Square basiert, gewann de Havilland 1950 ihren zweiten Oscar als beste Hauptdarstellerin. In Die Erbin spielte sie erneut eine schüchterne und unscheinbar wirkende Frau, die sich an ihrem Liebhaber rächt, der sie vor Jahren sitzen gelassen hat.

 

Rückzug aus dem Filmgeschäft und späte Filme

Ab Anfang der 1950er Jahre wurden in Hollywood durch den Aufstieg des Fernsehens weniger Filme als zuvor produziert, der Kampf um Rollen wurde härter, so dass de Havilland vorzog, weniger Filme zu drehen und sich mehr um ihre Kinder zu kümmern. Sie lehnte etwa die Rolle der Blanche DuBois in dem Filmklassiker Endstation Sehnsucht (1951) ab, die ihr noch vor Vivien Leigh angeboten worden war. Zu ihren bekanntesten Filmen der 1950er Jahre zählen das Drama Meine Cousine Rachel mit Richard Burton sowie … und nicht als ein Fremder, wo sie eine Krankenschwester spielt, deren Ehemann (verkörpert von Robert Mitchum) sie nur aus finanziellen Gründen geheiratet hat. Während dieser Zeit spielte sie auch Hauptrollen in drei Broadway-Produktionen, darunter als Julia in Romeo und Julia. Ihre Hauptrolle in dem Horrorfilm Lady in a Cage, der sie 1964 als hilfloses Opfer von Einbrechern zeigte, kommentierte ein Kritiker mit den Worten:

 

“Add Olivia to the name of actresses who would rather be freaks than forgotten.” (deutsch: „Zählen Sie Olivia zu der Sorte von Schauspielerinnen, die lieber Narren sind, als vergessen zu werden.“)

Ebenfalls 1964 ersetzte Olivia de Havilland die erkrankte Joan Crawford in Robert Aldrichs Grand-Guignol-Film Wiegenlied für eine Leiche. Sie spielte darin die bösartige Cousine von Bette Davis, die diese um den Verstand bringen will, damit sie an deren Vermögen kommt. 1965 fungierte sie als die erste Jurypräsidentin der Filmfestspiele von Cannes. In den 1970er-Jahren übernahm sie sporadisch noch in einigen Filmen wie Papst Johanna oder Verschollen im Bermuda-Dreieck wichtige Nebenrollen. In der populären Miniserie Fackeln im Sturm verkörperte sie 1986 in mehreren Folgen Mrs. Neil, die Verwaltungsinspektorin eines Lazaretts – neben De Havilland spielten auch andere Altstars wie Elizabeth Taylor, James Stewart und Robert Mitchum in der Serie mit. 1986 holte sie ihren zweiten Golden Globe für die Darstellung der russischen Königsmutter Maria in dem Fernsehfilm Anastasia. Nach einem Auftritt in dem Fernsehfilm König ihres Herzens (1988) zog sich De Havilland ganz aus dem Schauspielgeschäft zurück. Nur 2009 fungierte sie noch einmal als Erzählerin der Kurzfilm-Dokumentation I Remember Better When I Paint, die sich mit den Auswirkungen der Alzheimer-Krankheit befasste.

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